Hans-Heinrich Dieter

Integration f├Ârdern und fordern!   (05.08.2018)

 

Wenn Integrationsverweigerer wie ├ľzil der deutschen Bev├Âlkerung relativ pauschal Rassismus vorwerfen, dann ist das ungeh├Ârig und beleidigend.

Ich gebe hier noch einmal zur Kenntnis, was ich im Januar 2010 zum Thema Integration geschrieben habe:

ÔÇ×Der Islam ist eine Weltreligion und der Glaube sowie die Religionsaus├╝bung der Muslime sind zu respektieren und zu sch├╝tzen. In Deutschland sind Glaubens- und Religionsfreiheit, anders als in islamisch gepr├Ągten Staaten, garantiert.

Der Islamismus ist – wie alle Ismen – eine ├ťbersteigerung der Gottesstaatvorstellungen und eine ├ťberspitzung des Religi├Âsen in Richtung von Ideologie und eines Fanatismus, der auch Terror und andere Verbrechen zur Erreichung religi├Âs verbr├Ąmter Ziele nutzt.

Nun wurde gerade ein Terroranschlag eines von Al Quaida unterst├╝tzten Islamisten auf einen Flug in die USA gl├╝cklich verhindert und der d├Ąnische Karikaturist Kurt Westergaard muss seit vier Jahren aufgrund von Drohungen der islamischen Welt um sein Leben f├╝rchten, jetzt ist er gerade einem Mordanschlag entgangen.

Aufgrund der inzwischen unz├Ąhligen gegl├╝ckten und missgl├╝ckten Terroranschl├Ąge nach dem 11. September 2001 gibt es deutlich erkennbare islamophobische Tendenzen in der westlichen Welt. Das ist angesichts der vielen Beeintr├Ąchtigungen unserer Lebensqualit├Ąt unter den Bedingungen von Frieden und Freiheit durch islamistischen Terror auch gut verst├Ąndlich. Au├čerdem haben wir einen immer gr├Â├čer werdenden Verlust an Freiz├╝gigkeit, Geld und Zeit sowie weitere Beschr├Ąnkungen der Pers├Ânlichkeitsrechte durch Sicherheitsma├čnahmen gegen diesen Terrorismus zu ertragen. Und Salman Rushdie sowie acht intellektuelle Mitstreiter schreiben schon 2006 im Zusammenhang mit dem Karikaturenstreit, dass die Welt ÔÇ×nach Faschismus, Nazismus und Stalinismus“ eine neue Bedrohung gew├Ąrtige: den Islamismus. Da kann man nachempfinden, dass die Menschen in unserem Kulturraum gelegentlich ├╝bersteigerte Angst vor diesem islamistischen Fanatismus haben, eine Angst, die in Teilen der Bev├Âlkerung auch eine ablehnende Haltung gegen├╝ber dem Islam und den Muslimen mitbegr├╝nden mag.

Aber der Islam ist nicht Islamismus und Muslime sind keine Terroristen. Muslime sind unsere Mitb├╝rger.

Viele Muslime leben in Deutschland, manche schon in dritter Generation, sie ├╝ben hier ungehindert ihre Religion aus, viele sind in die deutsche Gesellschaft integriert und sind erfolgreich in ihren Berufen. Aber ca. dreizehn Prozent der t├╝rkischst├Ąmmigen Bev├Âlkerung k├Ânnen ├╝berhaupt nicht in die deutsche Gesellschaft eingebunden werden, viele dar├╝ber hinaus sind nur unzureichend integriert, leben in Parallelgesellschaften, haben keinen Schulabschluss und keinen Beruf, belasten unser Sozialsystem, sind entsprechend unzufrieden mit ihrer Situation und geben ihre Probleme an ihre Kinder weiter. Die Unzufriedenen geben die Schuld f├╝r ihre unzureichende Integration und ihre vergleichsweise schwierigen Lebensumst├Ąnde den Politikern, die Integration zu wenig gefordert und gef├Ârdert haben, sowie der sie vermeintlich ablehnenden deutschst├Ąmmigen Bev├Âlkerung, und die deutschst├Ąmmige Bev├Âlkerung hingegen  verweist auf die vermeintliche Integrationsunwilligkeit und Eingliederungsunf├Ąhigkeit der t├╝rkischen Mitb├╝rger. Wie immer liegt die ÔÇ×Schuld“ auf beiden Seiten. Tatsache ist, dass wir in nicht einfachen Zeiten leben und die Integration insbesondere der Mitb├╝rger mit muslimischem Hintergrund besser gelingen muss, wenn wir in Zukunft zur Zufriedenheit aller zusammenleben wollen. Dazu geh├Ârt auch der Mut zur Wahrheit und zur ehrlichen ├Âffentlichen Diskussion der Probleme.

Und nun warnt der Vorsitzende der T├╝rkischen Gemeinde in Deutschland, Kolat, vor wachsender Islamophobie in der Bundesrepublik. Herr Kolat fordert mehr gegenseitige Anerkennung. Nat├╝rlich m├╝sse man die ├ängste der Mehrheitsbev├Âlkerung ernst nehmen, sagte er der Nachrichtenagentur ddp. Umgekehrt m├╝sse aber auch die Verunsicherung bei der Minderheitsbev├Âlkerung zur Kenntnis genommen werden. Und Kolat fordert: ÔÇ×Wir brauchen eine Anerkennungs- und Empathiekultur.“ Das fordert er nat├╝rlich von der deutschen Mehrheitsbev├Âlkerung. Erfolgreiche Integration hei├čt aber nat├╝rlich nicht nur Toleranz der Aufnahmegesellschaft.

Dreist ist es aber, dass Herr Kolat von einer wachsenden ÔÇ×Islamophobie“ der Deutschen spricht. Das Ergebnis einer dimap-Umfrage im Auftrag der ARD ist: Die Ausbreitung des muslimischen Glaubens bereitet drei Vierteln der Deutschen Sorge. Nur 22 Prozent der Deutschen sehen demnach kein Problem im Islam und glauben auch nicht, dass er sich zu stark in unserer Gesellschaft ausbreitet. Das mag uns nicht gefallen, ist aber das Ergebnis z. B. der real erlebten Verh├Ąltnisse in deutschen St├Ądten und der ├╝berall sichtbaren Verfremdung unseres Lebensraumes und unserer Lebensumst├Ąnde. Der deutschen Bev├Âlkerung deswegen eine krankhafte, ja zwanghafte Angst vor dem Islam und den Muslimen zu unterstellen ist ganz einfach ungeh├Ârig. Mit solchen Unterstellungen steigert Herr Kolat das ÔÇ×Unbehagen“ der deutschen Bev├Âlkerung.

Wenn es tats├Ąchlich darum geht, dass wir in Zukunft zu aller Zufriedenheit zusammenleben wollen, dann sollte sich die T├╝rkische Gemeinde in Deutschland mit Verunglimpfungen zur├╝ckhalten und alle Kraft in die Verbesserung der Integrationswilligkeit ihrer Gemeindemitglieder legen. Die deutsche Politik sollte Integration eindeutig und nachdr├╝cklich fordern und zusammen mit der ganzen Bev├Âlkerung f├Ârdern.

Mit gemeinsam erzielten und erkennbaren Erfolgen werden sich rationales und emotionales Unbehagen vieler Mitb├╝rger abbauen lassen. (04.01.2010)“

Zu dem, was ich 2010 geschrieben habe, stehe ich weiterhin. Und leider haben wir offensichtlich weniger Integrationserfolge erzielt als notwendig. Die deutsche Politik hat Integration zu wenig gef├Ârdert und zu wenig konkret gefordert.

Seit Januar 2010 hat sich die allgemeine Lage – insbesondere der t├╝rkischst├Ąmmigen Migranten oder deutschen B├╝rger – nicht verbessert. T├╝rkischst├Ąmmige B├╝rger sind weiterhin die gr├Â├čte Gruppe mit ausl├Ąndischen Wurzeln und am schlechtesten integriert. Inzwischen hat die Zahl der islamistischen Gef├Ąhrder, der Salafisten und der Straftaten von Migranten deutlich zugenommen. Das ÔÇ×Unbehagen“ der deutschen Bev├Âlkerung w├Ąchst begr├╝ndet und es mag auch F├Ąlle von Islamophobie und Rassismus geben, aber allgemeine Verunglimpfungen sind und bleiben ungeh├Ârig und beleidigend.

Diejenigen, die lauthals pauschal kritisieren oder verleumden, vergessen, dass Integration zwei Seiten hat. Das Gastland muss die Chancen zur Integration bieten und ÔÇ×Gast“, der sp├Ąter einmal mit uns zusammenleben und deutscher Staatsb├╝rger werden will, muss sich bereitwillig integrieren lassen. Und daran fehlt es bei ├ľzil und vielen anderen T├╝rkischst├Ąmmigen, die den herausragendsten Integrationsverhinderer, Erdogan, als ihren eigentlichen Pr├Ąsidenten verehren und seine demokratiefeindliche Politik guthei├čen.

Wo Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus unser Gemeinwesen belasten, m├╝ssen auch wir B├╝rger dem entgegentreten. Und alle, die sich in Deutschland – aus welchen Gr├╝nden auch immer - nicht wohlf├╝hlen, sollten sehr ernsthaft pr├╝fen, ob sie nicht besser in ihre Heimat zur├╝ckwandern sollten. Wenn ├ľzil die deutsche Staatsb├╝rgerschaft ablegen und in die T├╝rkei zur├╝cksiedeln w├╝rde, w├Ąre das kein Verlust!

Und die deutschen B├╝rger sollten sich nicht beschimpfen lassen. Das allerdings ist in Deutschland angesichts der teilweise aggressiven links-gr├╝nen Mainstream-Meinungsmache nicht leicht! Die NZZ titelt am 04.08.: ÔÇ×Deutschland verf├Ąllt in eine Rassismus-Hysterie“, diesem Eindruck m├╝ssen wir energisch entgegenwirken.

(05.08.2018)

 

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http://www.hansheinrichdieter.de/html/islamunddeutschland.html

http://www.hansheinrichdieter.de/html/integrationsverhinderererdogan.html

http://www.md-office-compact.de/TurkischerChauvinismus.htm

http://www.md-office-compact.de/SchlussmitMultikulti.htm

 

 

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