Hans-Heinrich Dieter

Medien-Hetze   (19.09.2018)

 

Mit Chemnitz wurde ein neuer H├Âhepunkt unprofessioneller und das Vertrauen zerst├Ârender Medienarbeit erreicht.

Das Verhalten von Teilen der Demonstranten vor drei Wochen war abscheulich. Wie heute bekannt ist, hat die Kanzlerin allerdings das Verhalten der Demonstranten pauschal als ÔÇ×Hetzjagden“ verurteilt, ohne dass Belege daf├╝r bekannt waren. Ihr Sprecher Seibert wiederholte diese Verurteilung von ÔÇ×Hetzjagden“ gegen Fl├╝chtlinge. Die sensationsgeilen Medien greifen solche Aussagen nat├╝rlich gerne auf und verbreiten sie ohne die erforderliche Recherche auf Wahrheitsgehalt und ohne Pr├╝fung zweiter Meinungen.

Wenn die zu gro├čen Teilen gleichgeschalteten links-gr├╝nen Medien dann berechtigt der Fake News bezichtigt werden, dann werden nat├╝rlich alle Verunglimpfungsregister gezogen. Und wenn dann die L├╝cke zwischen der Medien-Beschreibung der Ereignisse von Chemnitz und den Ermittlungsergebnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft sich st├Ąndig vergr├Â├čert, tun Medien alles, um dem berechtigten Vorwurf der ÔÇ×L├╝genpresse“, f├╝r den sie selbst verantwortlich sind, entgegenzuwirken, mit Unterstellungen, Ver├Ąndern von Tatsachen und nat├╝rlich mit Hetze gegen ÔÇ×Feinde“ wie den ungeliebten Verfassungsschutz und seinen Pr├Ąsidenten Maa├čen, dem nat├╝rlich rechtskonservative Einstellung und - in hohem Ma├če unberechtigt – ein ÔÇ×Kuschelkurs“ mit der AfD unterstellt wird.

Der Bundes-Verfassungsschutzpr├Ąsident Maa├čen hat sich die Feststellung der Generalstaatsanwaltschaft Sachsen, dass es keine Belege daf├╝r gibt, dass eine ÔÇ×Hetzjagd“ beziehungsweise ÔÇ×Hetzjagden“ in Chemnitz stattgefunden h├Ątten, in einem Interview ├Âffentlich zu eigen gemacht. Au├čerdem hat er vor der schnellen Verbreitung von nicht gepr├╝ften Videos gewarnt, das eben keine ÔÇ×Hetzjagd“ authentisch zeigt. Seine Bemerkung auf m├Âgliche Falschinformationen durch den 19-Sekunden Videoclip der ÔÇ×Antifa Zeckenbiss“ bezog sich auf die Bezeichnung des Clips als ÔÇ×Menschenjagd in Chemnitz“. Und dass der Verfassungsschutzpr├Ąsident – anders als auf dem linken Auge blinde Medien – diese Gruppe aus interner Kenntnis als linksextrem einstuft und auch deswegen seine fachlich begr├╝ndeten Zweifel hat, darf man annehmen. Er hat sich m├Âglicherweise etwas unvorsichtig ausgedr├╝ckt aber eigentlich als Beh├Ârdenleiter in einem demokratischen Rechtsstaat, in dem Meinungsfreiheit herrscht, alles richtig gemacht.

Das beeindruckt die weniger demokratischen Instinkte des links-gr├╝nen Mainstream aus Politik und abh├Ąngigen Medien nicht. Und so wird eine ÔÇ×Hetzjagd“ auf Maa├čen inszeniert. Der Beh├Ârdenleiter ist unf├Ąhig, untragbar, muss abgel├Âst werden, hat der Kanzlerin ├Âffentlich illoyal widersprochen - und so geht es weiter mit einem uns├Ąglichen Sammelsurium von Unterstellungen, Verunglimpfungen und Verleumdungen. Man gewinnt den Eindruck, als bef├Ąnde man sich in der T├╝rkei Erdogans.

In ihrem Verleumdungseifer f├Ąllt den abh├Ąngigen Medien ├╝berhaupt nicht auf, dass einer der wenigen zur Selbstkritik f├Ąhigen Kollegen Reue zeigt. Denn WELT-Chefreporter Robin Alexander sagt zu Chemnitz: “Als Hauptstadtpresse haben wir uns nicht mit Ruhm bekleckert.” Und Alexander schrieb auf Twitter: die Berichterstattung ├╝ber die Verwendung des Begriffes “Hetzjagden” f├╝r die erste Demo in Chemnitz sei ein Musterbeispiel, wie Journalisten das Vertrauen der Bev├Âlkerung verspielen. Und in einem Interview erl├Ąuterte er: ÔÇ×Die Regierung sprach von Hetzjagden und Videos. Diese Aussage muss ich als Journalist pr├╝fen. Ich habe es nicht getan. Das war ein Fehler, um dessen Eingest├Ąndnis ich mich nicht herumdr├╝cken kann, indem ich auf die Ebene der Sprachkritik wechsele.“

Nein, die abh├Ąngigen Medien sind so in ihre Selbstverteidigung vertieft, dass sie auch andere Meinungen nicht mehr so richtig wahrnehmen. Sie sind voll damit besch├Ąftigt, ihnen genehme Meinungen – zum Beispiel des Sozi-Frischlings K├╝hnert – als Nachrichten zu verbreiten und so lange zu wiederholen, bis der eine oder auch andere B├╝rger aufgibt und beginnt die ausgesuchten Meinungen und Aussagen von namenlosen ÔÇ×Zeugen“, die unbelegte Ereignisse behaupten, f├╝r bare M├╝nze zu nehmen. Und die Hauptstadt-Journalisten sind wie immer bem├╝ht, Regierungshandeln in positivem Licht erscheinen zu lassen – denn sonst werden sie ja auf die Dienstreisen der regierenden Politiker nicht mehr mitgenommen.

Da ist es interessant, auch zwei Stimmen aus dem Ausland zu lesen. Die slowenische Zeitung DELO schreibt: ÔÇ×Die Gro├če Koalition von Bundeskanzlerin Merkel hat es am Ende doch noch geschafft, den umstrittenen Verfassungsschutzpr├Ąsidenten Maa├čen von diesem wichtigen Posten zu entfernen. Die Liste seiner Verfehlungen war zu gro├č. Die L├Âsung des Problems hat aber einen bitteren Beigeschmack: Maa├čen wird keineswegs unehrenhaft entlassen. Im Gegenteil: der geschasste Beamte wird sogar bef├Ârdert.“ Diesem sehr weitgehenden Urteil m├╝sste eine intensive Recherche vorangegangen sein! Und in der NEUEN Z├ťRCHER ZEITUNG aus der Schweiz liest man: ÔÇ×Der Mann hat in einer aufgepeitschten Situation ein ungl├╝ckliches Statement abgegeben. Mehr nicht. All diejenigen, die meinen, sie h├Ątten mit ihrem R├╝cktrittsgebr├╝ll etwas f├╝r die Sicherheit des Landes getan, irren. Hans-Georg Maa├čen war einer der Ersten, die den politischen Betrieb der Bundesrepublik vor den Folgen der unkontrollierten Masseneinwanderung gewarnt haben. Das bleibt sein Verdienst, auch wenn lange niemand auf ihn h├Âren wollte, die Kanzlerin vorneweg. Den Mann, der ihr am deutlichsten widersprochen h├Ątte, ist sie los.“ Da es in Deutschland – au├čer der F.A.Z. – kaum noch unabh├Ąngige Qualit├Ątsmedien gibt, sollte man ├Âfter in die NZZ schauen, die ein gut unterrichtetes B├╝ro in Berlin unterh├Ąlt!

Im Zusammenhang mit Chemnitz wurde also aus der nicht stattgefundenen ÔÇ×Hetzjagd“ gegen Ausl├Ąnder eine ÔÇ×Kampagne gegen Maa├čen“. Es ist gut, dass er nicht ÔÇ×gefeuert“ wurde, sondern in einem h├Âherdotierten Amt weiter als Beamter untadeligen Dienst leisten kann. Eine Versetzung in den einstweiligen Ruhestand w├Ąre auch ein H├Âhepunkt undemokratischen Handelns von Kanzlerin Merkel und Politikern der inzwischen eher ÔÇ×kleingeistigen“ Koalition.

Auch als beamteter deutscher Staatsb├╝rger muss man seine Meinung ├Âffentlich ├Ąu├čern d├╝rfen, insbesondere wenn man als B├╝rger die Auffassung gewinnt, dass Politiker – entgegen ihrem geleisteten Diensteid – nicht zum Wohle des deutschen Volkes handeln.

(19.09.2018)

 

 

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